Wir werden von strahlendem Sonnenschein begrüßt. Die erste Aktion des Tages: ausgiebig mit Sonnencreme einschmieren (lassen). Dann gibt es Frühstück auf unserer Dachterrasse. Herrlich! So läßt sichs leben :-)
Nach dem Frühstück starten wir mit dem Auto Richtung Tafelberg. Der ist nur schwer zu verfehlen und so stehen wir wenig später mit dutzenden anderen Touris an der Gondelstation. Da wir gestern Abend bei unseren Vermietern schon online Tickets besorgt haben können wir uns die lange Schlange vorm Schalter sparen und gleich zur nächsten Schlange durchgehen. Die Gondeln sind aber recht geräumig (50 Leute passen locker in eine) und so geht die Fahrt bald los. Die Plattform in der Gondel dreht sich unterwegs um 360° und man hat hier schon nen tollen Blick. Kurz bevor wir oben ankommen sehen wir unter uns im steilsten Stück einen Freeclimber kraxeln. Das wär ja eher nix für mich.
Oben angekommen genießen wir erst mal den tollen Ausblick bei - hab ichs schon erwähnt? - strahlendem Sonnenschein. Kurze Zeit und ein paar Fotos später klettert neben uns plötzlich der Freeclimber von vorhin über die Brüstung. Auch ne Art hier hoch zu kommen... Hier in der Nähe der Gondelstation wurlt es ziemlich vor Leuten. Wir brechen also auf zu unserer Wanderung quer über den Berg und mit jedem Meter sind weniger Leute um uns rum, bis wir schließlich ganz allein auf unserem Weg zum Maclear's Beacon, dem höchsten Punkt des Tafelbergs, sind. Dort angekommen gibt es erst mal eine wohl verdiente Brotzeit.
Frisch gestärkt geht es weiter auf dem Smuts Trail in Richtung Kirstenbosch. Den Trail haben wir aber gerade etwas aus den Augen verloren. Deswegen hüpfen wir auf größeren Felsbrocken herum und halten nach ihm Ausschau. Flo und Marion sind vor uns. Marion springt gerade vor mir weiter, hat sich aber leicht verschätzt und rutscht fast rückwärts ab bevor Flo sie packen und hoch ziehen kann. Ja gut, ich drehe mit Carina um und suche nen anderen Weg. Zurück auf dem Trail gibt es dann viel zu sehen und erleben. Immer wieder kommen wir an Stellen wo wir etwas kraxeln müssen. Naja, wir müssen immerhin von ca. 1100 Metern auf fast Meeresspiegel runter. Neben zahlreichen anderen Pflanzen sehen wir auch einige Proteas blühen. Sehen schon toll aus die Dinger. Unterwegs ist plötzlich eine Bewegung vor uns auf dem Pfad: eine Schlange. Keine besonders große aber doch eine Schlange. Zwei verblüffende Dinge geschehen: Carina ergreift nicht die Flucht sondern bleibt sogar stehen und schaut der Schlange bei ihrer zu. Außerdem faucht uns die Schlange an. Klingt genau so, wie vor zwei Tagen, als das Prissl (Katze von Carinas Eltern) unseren Kater Jack begrüßt hat :-)
Nach insgesamt zwei bis drei Stunden kommen wir an der Abzweigung zu Skeletons Gorge an. Hier wollen wir uns an den letzten Abstieg machen. Wir überlegen zwar noch etwas, ob wir vielleicht doch noch ein wenig weiter gehen sollen, aber schließlich bleiben wir beim ursprünglichen Plan. Also ab in die Schlucht.
Der Weg ist hier ziemlich zugewachsen und man streift ständig irgendwelches Grünzeug. Aber das erste Stück ist problemlos machbar. Dann kommt etwas schwierigeres Gelände, aber keine Angst, zur Sicherheit der Wanderer wurde hier talwärts ein Stacheldrahtzaun gespannt. Wer also stolpert oder stürzt wird sicher aufgefangen...
Aber auch dieses Stück lassen wir unbeschadet hinter uns. Jetzt kommt der wirklich interessante Teil: es geht weiter durch ein felsiges Flussbett. Hier müssen wir über große Felsen und umgestürzte Baumstämme klettern, alles steil Berg ab. Wir meistern die Kletterpartie und haben viel Spaß dabei. Dann wird der Canyon zu steil und wir müssen nebenan über Leitern abwärts klettern. Fast schon langweilig. Ich bin an der Spitze der Gruppe und bin gerade unten an einer Leiter angekommen. Carina ist direkt hinter mir. Ich drehe mich um und in genau dem Moment rutscht sie von der letzten Stufe ab und kippt seitwärts. Dahin wo die ein paar Meter tiefe Schlucht ist! Mit einem schnellen Reflex packe ich sie am Arm und ziehe sie zu mir. Alles roger, sie steht wieder auf sicherem Boden und lacht. Hihi war das lustig. Alle lachen, ich lache mit. Noch. Dann wird mir nach und nach bewusst, was gerade passiert ist, wie knapp wir am Unglück vorbei geschrammt sind. Ich bekomme zittrige Knie. Erstmal ne Pause...
Nachdem wir unseren letzten Proviant vertilgt haben gehts weiter. Inzwischen sind wir fast unten angekommen und der Weg ist wieder ganz easy. Dann kommen wir auch schon in Kirstenbosch, einem riesigen botanischen Garten, an. Die anderen gelüstet es nach einem Kaffee, also geht es erstmal ins hiesige Restaurant. Danach tigern wir noch etwas durch die Anlage, jagen und füttern lustige Hühner-artige Vögel, bewundern Pflanzen und beobachten Frösche, Hörnchen und diverse Vögel. Als wir den Park verlassen ist es schon fast 18 Uhr, ein Bus fährt hier nicht mehr. Aber wir treffen einen netten Taxifahrer der zwar belegt ist, uns aber nen Kollegen ruft. Schließlich kommen wir so wieder bei unserem zurück gelassenem Auto an.
Nach einer kurzen Dusche pilgern wir auf Anraten von Henk zu Marco's African Place, einem Restaurant in der Nähe. Carina und ich bestellen je eine Platte mit Filet von Strauß, Springbok und Kudu. Das haben wir uns heute redlich verdient! Schmeckt auch echt super. Carina bevorzugt den Strauß, mir schmeckt der Kudu am besten. Zur Unterhaltung spielt eine afrikanische Band und Tänzerinnen tanzen bzw. wackeln kräftig mit dem Hintern. So geht ein anstrengender Tag zu Ende.
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